Gülletechnik zur Ausbringung im Parzellenversuch
Da Gülle in ihrer unterschiedlichen Ausprägung und Art (Rindergülle, Schweinegülle und Biogasgülle) ein immer wichtiger Stickstoffdünger wird, ist der Wunsch naheliegend, Gülle in Parzellenversuchen auszubringen. Um viele Fragen für die landwirtschaftliche Praxis umfassend beantworten zu können, müssen die Antworten in Form von Parzellenversuchen gefunden werden.
Nach einer groben Formulierung der Anforderungen an ein solches Gerät wurden von WINTERSTEIGER geeignete Firmen recherchiert, um ein gemeinsames Projekt zur Entwicklung der benötigten Technologie durchzuführen. Im Anschluss wurden gemeinsam zwischen dem Kunden sowie den beteiligten Firmen die Parameter festgelegt.
Technische Realisierung.
Die Gülleausbringeinheit wurde mit folgenden Parametern realisiert:
- Es wurde eine 3-Pkt. und gezogene Ausführung konzipiert mit jeweils geringem Gewicht
- Gezogene Ausführung mit Spur 1,50 m
- Ausbringbreite 1,25 m, andere Ausbringbreiten sind möglich innerhalb einer bestimmten Ausbringmenge
- Transportmöglichkeit ist vorhanden: Länge 7 m, Gewicht max. 3.500 kg inkl. Gülletank und Traktor
- Die Ausbringung kann oberflächlich erfolgen oder in Verbindung mit Zinkenschare eingebracht werden
- Das Behältervolumen beträgt 1000 ltr. und der Behälter ist aus Kunststoff
- Die Ausbringmenge wird entsprechend dem Parzellenplan an einem Güllerechner vorher definiert und dann im Zwischenweg entsprechend durch prozentuale Mehr- oder Mindermenge angewählt, wodurch ein Anhalten zur Veränderung der Ausbringmenge nicht erforderlich ist.
Die gewählte Fahrgeschwindigkeit kann beibehalten werden - Die Änderung der Ausbringmenge wird durch Veränderung der Pumpendrehzahl erreicht, wobei der Antrieb hydrostatisch erfolgt mit einem eigenen Ölkreislauf. Angesteuert wird diese
Einheit durch eine elektronische Steuerung aus der konventionellen Großtechnik und durch den Güllerechner über eine Soll-Ist-Anpassung. Der Antrieb der Verstellpumpe erfolgt durch die Zapfwelle mit 540 U/min - Die Befüllung des Tanks erfolgt selbstansaugend und schaltet sich automatisch je nach eingestelltem Befüllungsstand ab. Anschließend wird vom Befüllungsmodus manuell auf
den Rührmodus umgeschaltet - Der Ausbringmodus wird durch ein Signal vom Güllerechner aktiviert wobei ein Schieber hydraulisch umgeschaltet und die Gülle dem Rotationsverteiler zugeführt wird. Dort wird sie in die einzelnen Ausbringschläuche verteilt und dem Boden zugeführt
- Große Rohrdurchmesser wie im Bereich der Großflächenausbringung, um Verstopfungen im Bereich der Schieber, Leitungen und Armaturen zu vermeiden
- Eine Güllepumpe, die aufgrund der geringen Ausbringmenge trotzdem durch die unterschiedliche Zusammensetzung der verschiedenen Gülle kontinuierlich fördert und nicht verstopft
- Verteilsystem, das eine gleichmäßige Verteilung innerhalb der Arbeitsbreite gewährleistet



